Am Freitag, dem 30. Juni 2006, fand im Cadenberger MarC 5 die 4. öffentliche Übertragung eines WM-Spiels statt. Dabei besiegte Deutschlang Argentinien im Elfmeterschießen 4:2.

Wie schon bei den bisherigen Sendungen waren auch diesmal viele Fußballfans aus dem Ort und der Umgebung gekommen, um die besondere Atmosphäre auszukosten, die mit diesen sog. “Public Viewing” (“öffentliches Ansehen”) verbunden ist.

Denn an unzähligen Orten in Deutschland hat sich diese neue Form des gemeinsamen Schauens von Spielen bewährt, die ein ähnlich intensives Gefühl an Spannung und Erleben vermittelt, wie es im Stadion der Fall ist.

So etwas hat eine eigene Qualität, insbesondere auf Mega-Bildschirmen bei Massenveranstaltungen unter freiem Himmel, die spontaner und friedlicher verlaufen als so manches Spiel im Stadion, das von Fanatikern als Bühne für abscheuliche Gewalt und Rassismus missbraucht wird.

Zuschauer beim Viertelfinale am 30.6.06 im MarC 5

Im Cadenberger MarC 5 entwickelte sich das Zuschauen vom entspannten Hingucken über das Mitfiebern und Mitzittern beim Elfmeterschießen zu einem ohrenbetäubenden finalen Jubel und einem lautstarken Freudenfest, wie es das Haus mit Sicherheit bisher noch nicht gehört hat.

Wieder waren viele junge und alte Fußballanfans zusammengekommen. Mitte der 1. Halbzeit wurden bereits 150 Personen gezählt, so dass am Ende rund 200 Gäste dieses denkwürdige Spektakel hier miterlebt haben dürften. Für so manchen jungen Fan dürfte das ein Erlebnis gewesen sein, das er sein Lebtag nicht mehr vergessen wird - so viel Spannung, Dramatik, Stimmung und den Sieg zum Schluss als Krönung.

Blick Richtung EIngang
Viele junge Damen waren wieder dabei

Im gut gefüllten Bürgersaal wurden die Stühle langsam knapp, doch auch Stehplätze waren begehrt und wurden viel genutzt

Jugendliche in vorderster Front

Das jüngere Publikum hatte die besten Plätze in der ersten Reihe und weit vorne

Hans-Hermann Köster und Virginia Dorner am Tresen
Larissa und Annika

Die kleine Larissa war mit ihrer Mama Annika da

Zuschauer auf dem linken Flügel
Damen beim Fußball

Auch viele weibliche Fußball-Fans ließen sich dieses Spiel nicht entgehen

Das Spiel war nichts für schwache Nerven. Die Argentinier bestimmten zunächst das Geschehen und zeigten ein derart hohes technisches Niveau bei der Ballbehandlung, dass es ein Genuss war zuzusehen.

Das deutsche Spiel zeichnet sich hingegen durch andere Qualitäten aus - Kampf, Einsatz und Erfolgsorientierung, angefeuert von den heimischen Fans. Doch auch die spielerischen Mitteln haben sich seit Beginn der WM zusehends verbessert.

In der Offensive spielt “Die Mannschaft” einen herzerfrischen Angriffsfußball, mit dem sie auch die letzten Zweifler mittlerweile vom Gegenteil überzeugt hat - das “Rumpeln” gehört nun wohl der Vergangenheit an, und es wird wieder Fußball gespielt, weniger “gearbeitet”. Eine erstaunliche Entwicklung, die nicht unbedingt abzusehen war.

Deutschland hatte seine erste richtige Torchance erst in der
15. Spielminute, als Ballack mit einem Kopfball knapp das Tor verfehlte.

Danach pendelten sich die Spielanteile zusehends ein, die Aktionen verlagerten sich mehr ins Mittelfeld, und eine gewisse Patt-Situation nahm die Dynamik aus der Partie.

Das sollte sich nach der Halbzeit ändern. Riquelmes Ecke verwandelte Ayala per Kopf zur 1:0-Führung für die Argentinier, die danach auf Resultat zu spielen versuchten.

Für die Deutschen war das natürlich eine missliebige und bisher ungewohnte Situation zurückzuliegen. Sozusagen das Signal zum Angriff. Und so wendete sich das Blatt in Analogie zum Beginn der ersten Hälfte. Die Hausherren setzen nun alles auf eine Karte, um nicht zu unterliegen und erzielten durch Klose noch den Ausgleich (80.). Dabei blieb es.

Gute-Laune-Fans
Halbzeitpause
Ute Köster mittendrin im Publikum
Schwerarbeit beim Bedienen
Dominik Schmarje
Cadenberger Deutschlandfans
Dominik Schmarje (li.) und Geoffrey Venohr (Mitte)

Raumausstattermeister Werner Sietas läßt auf Wunsch auch schon mal vor Spielbeginn die deutsche Fahne wehen - zur Freude seiner Tischgenossen und des Fotografen

Der rauchgeschwängerten Luft entflohen diese Zuschauer zur Halbzeit - aber nicht jeden störte das - ein wenig Passiv-Rauchen kann man schon mal verkraften

FANS DES TAGES mit Hut li. v. li.: Dominik Schmarje, Christian Heinsohn, Geoffrey Venohr - Cadenberger Aktive

Genauso gut wie diese drei sehr farbenfroh gekleideten Fußball- und Handballspieler könnte man aber auch alle anderen Besucher und Gäste der Übertragung zu “Fans des Tages” küren, denn es waren eigentlich alle Zuschauer, die in ihrer Gesamtheit diese unvergleichlich prickelnde, pulsbeschleunigende und atemberaubende Atmosphäre erzeugten, die in einem ultimativen Aufschrei gipfelte, als das Siegtor für Deutschland fiel. Dem konnte man sich nur schwer entziehen, so man denn wollte. Doch die meisten Gäste ließen sich von diesem kollektiven “Wahn” in Bann schlagen und ihren Emotionen freien Lauf, bzw. setzten der Ausschüttung glückserzeugender Hormone selber keine Grenzen. So was muss ja schließlich gefeiert werden!

Elfmeterschießen
Jubelnde, doch auch zurückhaltende Fans
Spannung bis zum Schluss
Torjubel
Siegestaumel
Aufstehen zum Elfmeter-Schießen

Noch starren alle ganz gebannt auf die Leinwand, doch so langsam kommt Leben ins Haus, denn es heißt ->

”Steht auf, wenn ihr Deutsche seid!”, forderte ein Schlachtruf die Fans auf - nicht alle wollten das - doch im Stehen hüpft es sich nun mal besser ...

Des einen Freud - des anderen Leid, schien hier nicht weiter zu kümmern, und so ließen die Deutschen ihren freudigen Gefühlen freien Lauf - so wie ein Schrei aus tausend Kehlen tönte es, als das Siegtor schließlich gefallen war. Es hatte schon etwas Beeindruckendes, wenn nicht sogar Hysterisches an sich, mit welcher Inbrunst dieser Sieg gefeiert wurde. Auf jeden Fall war es hart an der akustischen Schmerzgrenze, was da herausgeschrien wurde. Doch alles hat seine Zeit, die der leisen Töne grade nicht.

Nicht nur im Saal war die Begeisterung riesengroß, auch auf den Straßen tönte und tutete es laut heraus. “Wir haben gewonnen!” Ich bin mir aber ziemlich sicher, dass die ältere Dame, die mir dies entgegenrief, nicht wirklich mitgespielt hat - das hätte ich sicher bemerkt ;-) Aber sei ihr und allen anderen die Identifikation mit dem Erfolg gegönnt, das Gegenteil wird wohl niemand praktizieren wollen.

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Viertelfinale
Deutschland - Argentinien
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